11.04.07 Alice Schwarzer bringt Wu-Tang nach Hamburg

Was für ein Wochenende. Ich habe Supergid&Leema verpasst. Ich habe Philarmonix verpasst, ich habe Soularia verpasst, ich war nicht auf dem Soulallnighter und Leema musste noch ein Mal ohne mich auflegen. Ich hatte dafür ein Date mit dem Killer Magen-Darm Virus der so bunt hausieren geht. Aber immerhin ist das Osterwochenende der beste Zeitpunkt für Krankheitsbedingtenausfall, da immerhin das TV-Programm recht üppig ausfällt. Ich habe aber gehört es soll alles toll gewesen sein.
Als ich dann endlich wieder auf den Beinen war, wurde ich mit der blanken Realität des Deutschen HipHop konfrontiert. Es begab sich in der Bahn, auf dem Weg von der S-Bahn in die U1, als ganz klar Sido in ungewöhnlicher Lautstärke in der Station erklang. Und das der HVV jetzt Sido in den Tunneln spielt um Super-Intelligente-Drogen-Opfer anzulocken, ist unwahrscheinlich. Und so war es auch ein gehbehinderter Jugendlicher mit so einem „Oma-Mobil“ mit Soundsystem und Deutschlandfahne ausgestattet, der die Straßen und Bahngäste mit dem heißen Scheiß versorgte. Besonders nice, wurde es, als er einen Track mit der Zeile „Girl, du wirst sehen, er wird schon bald eine andere Route fahren....“ auf Jeep-Lautstärke in den Ohlsdorfer Abendhimmel blies. Aber erst rund eine Stunde später ging mir das Licht auf, dass der Homie vermutlich mit seinem Scooter auf dem Weg zum K.I.Z. Konzert war, das wohl ziemlich amüsant den Untergang des Abendlandes besungen haben muss.
Gestern gab es dann bei Maischberger eine Methaper für Rap-Konzerte im Allgemeinen. Alice Schwarzer trifft auf Orgi Pörnchen aka King Orgasmus One zum Thema: Pornographisierung der Jungend.
Die beiden Headliner des Abends, Schwarzer und Orgi, waren dann ungefähr das was man als typischen Ami-Act kennt. Keine Mic-Skills und ein viel zu kurzes Set, im vermutlich angetrunkenen Zustand.
Die Anführerin der Feministen, agierte rhetorisch ungeschickter als Frauen beim einparken (ich darf solche Kalauer reißen, ich habe selber keinen Führerschein). Und der Berliner Rapper war so redegewandt wie ein Schlaganfallpatient nach 2 Monaten künstlichem Koma. Und als wäre diese Konstellation nicht schon schlecht genug, gab es noch ein paar andere Gäste, die wir vom typischen HipHop Konzert als „lokale Vorgruppe“ kennen. Laternenpfähle der Abendgestaltung, die das Programm in die Länge ziehen, und das Publikum nerven, bis die Stars des Abends endlich für eine halbe Stunde auf die Bühne wanken und einen Kurs in schlechter Atemtechnik geben.
In diesem Falle war es ein Professor, der unglaublich verklemmt wirkte, aber das Phänomen Hardcore untersucht. Das kennen wir sonst als Hamburger MC der hart einen auf Ghetto macht und in Eppendorf wohnt.
Eine Frau die am Ende des Abends für die christlichen Werte plädierte, die wir als die Backgroundsängerin kennen, die die Vorgruppe noch aus Schulzeiten kennt, die sich zwar eigentlich von der Musik distanziert, wenn man sie fragt, aber doch genug nach 5 Minuten Ruhm lechzt, um sich mit auf die Bühne zu stellen.
Dann war da noch die Frau, die mit 13 Mutter wurde, die wir als Hardcore-Fan kennen. Eine dieser Damen die jede Zeile abfeiern und mitrappen, egal wie niederträchtig das Thema auch sein mag. (vielleicht war sie auch Hardcore-Christin?)
Ausserdem eine B-Prominente, die auf einem HipHop Konzert einem Ex-Eimsbush Mitglied entspricht, dass plötzlich auf der Bühne erscheint, und die Vorgruppe vor dem Publikum zu verteidigen versucht.
Und zum Schluss war da noch eine arme junge Frau, mit vorbildlicher Problembiographie, die Opfer einer Massenvergewaltigung durch ihren damaligen Freund geworden ist, was ich nicht zynisch kommentieren will.

Die Diskussionsrunde war dann auch aufgeräumt wie ein Nudelgratin, in der Folge uninteressant wie eine Flachetappe bei der Tour de France, und unnötig wie das meiste was derzeit so in Deutschland als Rap auf den Markt kommt.

Da finde ich die Tatsache, dass ich wieder Nahrung bei mir behalten kann, wirklich spannender....

Posted by Jazzket




Also ich hab leider nur die letzten 15 Minuten von dem Orgi/Alice Spekatkel gesehen und war etwas entäuscht. Andererseits. dafür, dass eigntlich Bushido angekündigt war, war Orgi auf jeden Fall der bessere Vertreter, aber so wirklcih die Zoten hat er ja nicht rausgehauen. Hab den Mann schon ein paar Mal getroffen und halte ihne auf jeden fall für einen der witzigeren Leute die im Deutschen Hiphopgecshäft unterwegs sind, auch wenn ich auf den Grossteil seine Mucke eher weniger abfeiern kann. Trotzdem fand ich es mal ganz bgroßen Fernsehsport Orgi und Alice zusammen in einem Raum zu sehen...

Posted by: daniel at 13.04.07 03:48

hehe

Posted by: Kinderarzt at 15.04.07 17:31