13.08.05 DeeJay Krush mit Michael

Gestern gastierte DJ Krush auf Kampnagel. Und was für ein Spaß das war. Dj Krush hat ein Drum & Bass Set abgeliefert, das ich gar nicht tiefer bewerten möchte, da ich einfach nicht die Ahnung von dem Thema habe. Das Vorprogramm allerdings war sehr abwechslungsreich. Allesamt sehr abstrakt, oder auch japanisch. Das Publikum war sich etwas uneins, es waren ja auch mehr Leute da. Vielleicht merkt der geneigte Leser auch schon, welch kindische Freude mir der gestrige Abend bereitet hat. Es hat allerdings weniger mit der Musik, als mit diesem Abendteuerspielplatz eines Abends zu tun. Ich habe einen derartigen Flashback meiner jüngeren Jugendtage, wäre heute Kindergeburtstag dann wäre ich der Steppke der mit mächtig Cola Schwips die Mutter des Hauses auf die Palme bringen würde. Beim Topfschlagen die Topfpflanze treffen. Den Rotwein für die Erwachsenen geschmeidig in die Waagerechte bringen. Immer mit dem großartigen „ICCCHHHH..... nicht“-Kracher glänzen (ist der eigentlich ein lokales Phänomen oder überregional verbreitet?). Und am Ende des Tages ein Resümee ziehen und schwungvoll den Teppich gehörig voll kotzen. Normalerweise würde ich immer nur neben solchen Situationen stehen und Sachen sagen wie:„Aber Hallo! Da muss wohl jemand mal in die Kunsthalle gehen. Der kleine hat Talent. Man beachte diesen faszinierenden Kontrast den er in den Teppich gebracht hat. Aber passen sie auf dass der nicht schwul wird! Dann müsste ich diese Szene hier in ein Hörspiel einbauen.“
SCHWEIFEN WIR AN DIESER STELLE KURZ VOM THEMA AB!
Kinder in der Pubertät sind oft manisch darauf bedacht, genau das nicht zu tun, was ihre Eltern ihnen nahe legen doch bitte zu tun. Gunther hört Eminem, sein Vater lieber Bach. Cordelia trifft sich heimlich mit den coolen Schulversagern zum Rauchen in der Pause, Mutter mit dem Elternrat für ein absolutes Rauchverbot auf dem Schulgelände. Cordelia wird also, wenn ihre Mami erfolgreich ist, sich nicht mal mehr auf dem Schulgelände zum Rauchen befinden! Vielmehr mit all den coolen Schulversagern eine Ecke weiter beim nächst gelegen Supermarkt. Von dort aus ist es auch nicht mehr weit bis ins Bett des Jungen der schon zwei mal sitzen geblieben ist.
Was also sollen Mami und Papa tun? Ich würde vorschlagen, dass Papi in Baggypants Crack auf dem Pausenhof verkauft während Mami mit den schlechtesten Schülern ins Bett steigt.
Wenn Hermann, ein total homophober Deutscher Vater nun also möchte, dass sein Sohn nicht schwul wird, dann wäre es doch ratsam er zieht sich in der Freizeit Lack und Lederoutfits an und besteht darauf, dass seine Freunde ihn Fiete nennen. Bei Stoiber wäre ich schon jetzt Familienminister, und dabei bin ich noch nicht mal getauft!
ZURÜCK ZUM EIGENTLICHEN THEMA
DJ Krush war so gefragt, und für alle Nicht-Studenten mit 18 Euro auch durchaus teuer, dass es zu einigen verzweifelten Betrugsversuchen gekommen ist. Sieger in dieser Kategorie müssen wohl unsere Freunde der Kapelle Mocambo gewesen sein. Aber ganz weit vorne war auch Don Hardo, der sein Telefon an der Kasse hinterlegte um zu mir vorzudringen. Problematisch war nur, dass ich ihn gar nicht gesehen habe. Er läuft mir rufend hinterher – während ich denke: „Diese Japaner sind schon komische Vögel, in dem Song ist irgendein Geräusch, dass fast wie mein Name klingt. Spinner!“

Was auf der Bühne an dem Abend passierte war auch durchaus sehr weltentrückt! Die schönste Reaktion nach einem etwas dahin plätschernden Elektrogrfrickeltrack war der Zwischenruf: „ TOR!“ eines Zuschauers, der sich unter dem Schleswig Holstein Musik Festival ein bisschen was anderes vorgestellt hat als D&B Halbgötter aus Japan.

Posted by Jazzket