02.09.08
Der Spiegel hat's verstanden (Quelle: Der Spiegel)
Das ist natürlich nur ein Scherz. Da war ich doch dieser Tage schwer beeindruckt von einer knallharten Analyse im gedruckten Spiegel, die zusammengefasst in etwa lautet: Merkels komatöser Podcast, Kurt Becks verwaister Youtube-Kanal, Franz Magets bräsiges Bayernblog - alles langweilig, hüfsteif und nicht geeignet, Politik ansprechend ins Netz zu bringen. Die Amis können das schon viel besser. Siehe dortiger Präsidentschaftswahlkampf und so. Soweit, so unaufregend und auch nicht unkorrekt.
Abenteuerlich wird es im vorletzten und letzten Absatz, auf den tatsächlich gleich drei Spiegel-Autoren hinschreiben durften, und der vermutlich sowas wie Perspektiven aufzeigen will. Es wird also festgestellt: Was das Webvolk wirklich will, ist die Möglichkeit, mitzumachen. (Eine Illusion, auf die ich übrigens gerne erstmal verzichten würde, wenn es dafür ernstzunehmende Inhalte gäbe, die nicht nur auf Zwang eines halbseidenen PR-Menschen entstanden wären.) Das hat man so gelernt beim Spiegel: Web 2.0 ist irgendwas mit Mitmachen ist der neue Shit. Immerhin wird Second Life nicht erwähnt.
Was aber wird zum Schluss tatsächlich halbherzig lobend angeführt, als immerhin "eine Art Anfang"? Die Seite "Team Beckstein 08" von der Jungen Onion Bayern. Da kann man sich als Beckstein-Fan nämlich einen Avatar basteln. Mit, Achtung, Sprechblase! Sprech-bla-se.

So stolpern wir also in die kommunikative Zukunft: Als kleine Pixelchristsoziale mit flotten Klowandslogans. Wenn das die Richtung vorgibt, dann gehöre ich in Sachen interaktiver Onlinevisionen ganz schön zum alten Eisen. Vielleicht sollten wir Hamburgfunk auch einfach
zum StoiberVZ machen.
Posted by djmq

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