09.02.06
Everyday People
Eigentlich war der Plan am Sonntagmorgen fest wie das Kopfsteinpflaster am Spielbudenplatz. Ich würde ein Update schreiben. Ein Update über den Basement Club von EZ Iron Z aka meiermeBass. Eine Handvoll Leute und ein Raumschiff voller Funk, Reggae und Bass. Das war am letzten Samstag einfach die beste Party der Stadt und das sogar mit Sicherheit, denn die Polizei war auch da. meiermeBass, der als grandioser Moderator im Stile der alten TV-Größen sehr überzeugt hat, hat es darauf angelegt, dass es ein DJ Battle zwischen ihm und Stoecker-Platten-statt-Worte-Stereo wurde. Vielleicht bin ich ja auch zu einfach zu beeindrucken, so wie Männer mit Brüsten, von der McDonalds Speisekarte, aber wer Roots Manuva’s „Witness Dub“ rausholt, der hat einen Gut bei mir - So wie Stoecker eine Pressemitteilung, die Ende März noch für Aufhorchen und Festivität sorgen wird. Stoecker hat den Battle gewonnen und meiermeBass zwei neue Fans! Wenn es medizinisch möglich wäre, hätte ich gerne ein Kind von Meier, aber die Forschung hält an dieser Stelle vielleicht zu meinen Gunsten die Hände still. Der Plan für Montag war also gemacht, ein neues Kapitel in der Bibel über eine Party im Keller des Kometen. Der Bilderstreit hat mich aber dann doch vom Pfad des Updates abgebracht. SpiegelOnline titelt einen ganzen Tag, dass im Iran beim Sturm auf die Östereich’sche Botschaft eine Deutsche Flagge verbrannt wurde. Dabei wurde mir nicht klar, ob es um Panikmache ging, oder die Ironie, beim Protest gegen ein Bild, dass man vermutlich nicht gesehen hat, sich einfach mal in der Flagge zu vergreifen. Andererseits war das vermutlich die sinnvollste Nutzung einer Deutschen Flagge seit Dieter Baumann nach seinem Olympia Erfolg das Stück Stoff als Bademantel auf der Ehrenrunde genutzt hat. Vielleicht haben die netten Menschen vor der Botschaft unseres Nachbarstaates aber auch nicht nur den Dänischen Pressewald verfolgt, sondern auch den Deutschen und wollten den mageren Models zurufen: „Verbrennt Flaggen – nicht noch mehr Kalorien“
Wir werden es nie wissen. Was aber schon heute gewiss ist, ist die Tatsache dass Model und Schöne Frau zurecht unterschiedliche Begriffe sind. Das eine hat mit dem anderen meistens nichts zu tun. So habe ich zum Beispiel am Sonntag ein Fotoshooting besucht, und das dortige Model sah keinesfalls gut aus, sondern einfach nur bedürftig. Aber mir wurde versichert, die wäre ein tolles Model. Lustigerweise schwimme ich bei der Arbeit gerade in Models. Als ich gestern die Tür zu meiner Schaffensstelle öffnete, landete ich direkt in den Vorbereitungen einer Modenschau. Models soweit das Auge reichte. Hundertschaften. Zum Glück waren da viele Amateure dabei, was man daran erkannte, dass sie tatsächlich gut aussahen. Aber wie attraktiv kann eine Frau sein, die auf das Hinweisschild „gerade Zahlen (2...4...6...)“ angewiesen ist? Zumindest nicht attraktiver als eine Dame die sich mit dem Hinweisschild „ungerade Zahlen (1...3...5...)“ über Wasser hält.
An dieser Stelle noch ein Tipp für alle Verzweifelten: Mit einer Tasche der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ bekommt man vor Burger King auf der Reeperbahn Studentenpreise angeboten! Das wäre dann schon der 2. sinnvolle Zweck meines Studentenausweises.
Und über all das zu schreiben war mein Plan, fest wie Kopfsteinpflaster, aber dann habe ich Sly Stone bei den Grammy Awards gesehen. Und jetzt will Ich auch einen Irokesenschnitt und ein Mikrophon plus Talkbox ohne Strom. Echte Künstler müssen einfach mal abtauchen. Das ist also das letzte Update für die nächsten 20 Jahre. Vielleicht sieht man sich mal auf thesmokinggun.com . Lebt wohl. S’war nen Familien Ding.
Posted by Jazzket

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