31.10.06 Hallo Kasachstan!

Das Feuilleton rauscht, der Blätterwald wackelt, und aus dem Gebüsch springt Borat, der weltbeste Kasache jenseits des Kaspischen Meeres. Sasha Baron Cohen, bekannt durch Ali G, hat den vielleicht besten Kinofilm des Jahres abgeliefert. Definitiv den lustigsten.

Mit Ali G. hatte er es bereits auf die Kinoleinwand geschafft, wo er in Deutschland mit der Stimme Mola Adebisis vergewaltigt worden ist. Borat ist jetzt so etwas wie die Rache und die Wiedergutmachung zu gleich.

Der Film geht in seiner eigenwilligen Mischung aus Dokumentation und drolliger Road Story sehr grob mit so einigen Themen um, die Brüno (der nächste Kinoheld aus der Ali G. Familie wie Spiegel-Online heute meldet) als klares „Nischt Nischt“ bezeichnen würde.

Antisemitismus, Homophobie und Unverständnis zum Thema Gleichberechtigung werden auf einer Reise durch die USA auf bisher ungesehene Art und Weise auseinander genommen, ohne dass die Moralkeule jemals den Hintern der Apostel verlässt um geschwungen zu werden.

Diese Grobheiten sorgt eigentlich immer dafür, dass die Herren aus den Kulturressorts der großen Zeitschriften pikiert Abstand nehmen. Aber dieses Mal kann sich keiner wehren. Es wird teilweise von unglaublichen Szenen bei Pressevorführungen berichtet, bei der ein Redakteur den anderen in den Nacken gebissen hat. Was bei diesem Film auch irgendwie eine logische Reaktion sein muss, habe ich doch mehrfach während der Vorführung den Versuch unternommen meine Freundin zu beißen.

Man könnte sich jetzt noch lange den Theorien anschließen, wie Borat es schafft solche unglaublichen Bilder und Interviews aus den Leuten zu bekommen, oder einfach die Empfehlung geben auch noch die letzten Taler für eine Kinokarte auszugeben. Optimaler Weise sollte man sich aber mindestens eine Englische Fassung mit Untertiteln oder gleich das Original geben, bevor man doch wieder Mola Adebisi oder andere Schurken als Stimme von Borat vorgesetzt bekommt.

Ab Donnerstag in ausgewählten Kinos.

Mit grüßen an das Kasachische Volk!

Posted by Jazzket