01.11.05
Halloween @ Hollis
So eine feine Sache - Halloween in Mitteleuropa. Besonders schön die besonders große Beteiligung quer durch alle Bevölkerungsschichten. In der Schanze haben sich viele als Berliner verkleidet und in Cafes nach Aufmerksamkeit gebettelt. Die HipHop Generation hat ja eigentlich immer Fasching. In sackartigen Klamotten als Vogelscheuche geht es durch die Straßen. Kinder vom Land wissen, dass man Vögel auch gut mit Alustreifen die im Wind wehen verscheuchen kann, warum aber so viele urbane Junior-Gangster den ganzen Billig-Bling tragen weiß keiner. Sieht irgendwie scheiße aus, passt also vermutlich zum harten Leben in Eppendorf-Süd.
Die kleinsten, die schon morgen die größten Opfer der Rentenpolitik werden, waren irgendwie alle auf Harry Potter uniformiert. Als würden sie schon mal ein Planspiel durchführen wie es unter einer neuen Diktatur aussehen würde. Harry Potter wird Staatsdoktrin und in der Schule lernen alle nur noch mit dem Besen umzugehen. Was laut PISA-Studie ja eigentlich jetzt schon der Fall sein dürfte.
Wir hatten zumindest ein sehr schönes Fest. Jazz und Nesch (Foto Anm. d. Redaktion) waren viel unterwegs und haben häufig Lob für ihre Kostüme erhalten. Da wollen wir den geneigten Lesern natürlich nicht das schöne Foto der beiden vorenthalten.
Was aber dabei völlig in Vergessenheit gerät...
Der Reformationstag, Digger! Alle HipHop Kiddies machen entweder einen auf Vogelscheuche oder Harry Potter, und alle vergessen sie den Luther, Martin. Vor vielen vielen Jahr hat sich der junge Luther im Dorfe Wittenberg mit ein paar Kollegen verkleidet, um auch ein paar Kartoffeln und andere Leckereien zu erbeuten. Die Crew kommt weit rum im Dorf, mit ihren tollen Kostümen gewinnen sie die Herzen der einfachen Leute. Kartoffeln ohne Ende. Sie rocken die Stadt. Angekommen an der Kirche sind die Erwartungen natürlich hoch. Sie klingeln bei der Kirche, doch der Priester ist ein 'Sucker', der ihren 'Stlye' nicht fühlt. Ergo keine Kartoffeln. Martin und seine Leute müssen sich jetzt beweisen. Und so kommt es zu einem der ersten wissenschaftlich bestätigten Fällen von Street Art. MaLow, wie ihn seine Homies nennen, entwirft ein paar Styles und heftet sie an die Tür der Kirche, was später in dem Film Beatstreet zu sehen war.
Heads off to Pioneers like
MaLow & Phase 2
Posted by Jazzket

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