19.04.05 HVV regelt das Rapgame

Die letzte schöne Woche habe ich in Meppen verbracht (auch schön!), ein Seminar besucht, einen kruden Bollywood Film gedreht und Dorfgraffitis bestaunt. Die Meppener Crew nennt sich "Smuf" und hat am örtlichen Aldi fett represented. Zurück in Hamburg hatte ich dann direkt das Vergnügen mich im U-Bahn Verkehr treiben zu lassen. Und wer Glück in den Taschen hat, der braucht keinen Walkman auf den Ohren. Gute Gäste im Zugabteil sorgen für Unterhaltung. Den Höhepunkt brachte eine Berufsschülerin, die offen gesagt, etwas quer im Auge lag. Aber sie wusste damit umzugehen und hat gleich mal angefangen ihrem Freund, ebenfalls ein Papiertütengesicht erster Klasse, eine wirre neuartige Form eines Liebesgedichtes vorzutragen. Man weiß bis heute nicht, ob der Inhalt gewollt, oder durch die Reimform vorgegeben war.

Ein paar Auszüge:
"Gib mir ein Foto von Dir,
Ich häng es an die Kellertür"
"Du bekommst einen Tritt von mir,
und eins in die Hose.
Du liebestoller Vampir
schenkst einer anderen eine Rose"
"Du bist zwar schön und von edler Rasse [Anm. der Red.: Ist glatt gelogen! War er nicht. Aber nennen wir es mal poetisch überzeichnet.]
Doch nur ein Arschloch zweiter Klasse."
"Denk auch mal an mich,
in Liebe Ich"

Der Papst im Himmel persönlich hat es bewirkt dass ich nicht laut loslachen musste, sondern nur peinlich berührt den Mülleimer mit Blicken durchwühlt habe. Dabei dachte ich die ganze Zeit, dass Worte doch auch Gefühle haben. Und Rechte! Das muss also mit Worten passieren die sich daneben benommen haben. Zur Maßregelung in ein Liebesgedicht einer Wortklaube verbannt. Was hat bloß das Wort "Kellertür" verbrochen, dass es hier landete? Crack geraucht und mit dem Wort "Kinderficker" rumgehangen? Heiliger Duden.

Kleiner Schnitt und Themenwechsel:

Es bahnt sich ein ganzer Schwarm guter Konzerte in den nächsten Wochen an.
Die Platinum Pied Pipers in der Prinzenbar, Nneka im Fundbureau, Herbie Hancock in der Musikhalle, Afro Cuban Allstars in der Fabrik und die Positunes zurück im Wohnzimmer, dem Waagenbau. Da lohnt es sich mal wieder Ohren zu haben. Ohren helfen nicht nur beim Bremsen auf dem Fahrrad sondern auch wenn man Common's nächstes Album schon mal vorhören will. Große Kunst in den nächsten Wochen und Monaten. Vorallem und auch in den U-Bahnen auf dem Weg zu den Konzerten.

Posted by Jazzket