20.03.03 "Im Frieden gegen die USA"

Es herrscht Krieg. Seit kurzem war abzusehen, dass die USA keine Alternative akzeptieren würden. Die Propagandamaschinerie läuft auf Hochtouren, an Diplomatie besteht offensichtlich kein Interesse.
Würde es nicht um Menschenleben gehen, wären die einen oder anderen Aktionen der Regierungen eine recht köstliche Belustigung. Pommes werden zum Politikum, wer hätte gedacht eine solche Weltpolitik erleben zu dürfen. Doch jedes Lachen über die neusten Wendungen dieser bizarren Epoche der Weltgeschichte ist getränkt mit Verzweiflung, bedenkt man dass tatsächlich Menschen ihr Leben lassen müssen, unzählige Existenzen zerstört werden. Mit welcher Begründung?
Mehr Demokratie durch weniger Demokratie ? Wie kann sich ein Mann ernsthaft vor die Augen Welt stellen und so widersprüchlich reden und handeln ? Wie kann man auf die Idee mit den Freedom Fries kommen ?
Ich hatte eigentlich meinen Glauben an Wunder verloren. Aber was derzeit weltpolitisch von statten geht belehrt mich eines besseren. Jedem begegnen immer wieder unfassbare Dinge, mir ist CNN begegnet.
Worum es rational betrachtet gehen könnte, habe ich versucht, hier im Forum zu schildern.

Kein Versuch wird unterlassen, die Menschen auf allen Seiten zu teilen. Altes Europa gegen die Neue Welt, Christentum gegen Islam, Demokratie gegen Terror.
Anstatt auf Gemeinsamkeiten, konzentriert man sich nur auf die Unterschiede. Was die Mächtigen am meisten fürchten ist Einigkeit. Jeder Christ weiß ziemlich genau was ihm vom Moslem unterscheidet, aber die Gemeinsamkeiten scheinen wenig zu interessieren, obwohl sie doch viel zahlreicher als die Unterschiede sind !
Es wird allzu gern generalisiert. Der Moslem an sich, ist immer gleich und berechenbar, der Amerikaner an sich ist immer... der Franzose... der Deutsche...
Am letzen Beispiel, dem Deutschen, sollte allen klar werden wie individuell doch die rund 80 Millionen Menschen sind, die unter diese Kategorie fallen. Bei allen anderen derartigen Kategorien dürfte es nicht so furchtbar anders sein.
Um mal eine Gemeinsamkeit in den Vordergrund zu stellen...
George W. Bush und Osama bin Laden reden beide vom gleichen Auftraggeber: Gott. Jeder hat einen anderen Spitznamen für seinen "Freund und Chef". Ullrich Wickert lag gar nicht so falsch... Christlicher Fundamentalismus ist genauso gefährlich wie islamischer. Am Ende des Krieges werden die Opferzahlen ausgeglichen sein.

Ich hoffe, dass die Menschen sich dieser Hirnwäsche entziehen können und durch diesen Krieg nicht weiter getrennt sondern vereint werden. Dazu ist Kultur unglaublich wichtig, Kunst darf sich dieser Verantwortung nicht entziehen. Wenn die Politik zusehends flachsinniger wird, dann muss die Kunst an Tiefe gewinnen.

Ich bin gegen diesen Krieg und gegen das Regime in Bagdad. Das ist kein Widerspruch für mich.

stand strong
Jazzket

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