05.06.05 ko-system

Am Freitag war Kanada zu Gast im Knust. Ko-s mit seiner formidablen Band im Schlepptau hat die Bühne gerockt. Der Gute brauchte erst etwas Zeit um wirklich warm zu werden. Ko-s ist ein großartiger Musiker aber von Wetter hat er keine Ahnung - bei 27 Grad Celsius Aussentemperatur kam er mit Jacke über Hoodie über T-Shirt auf die Bühne. Trotzdem noch etwas unterkühlt legte er dann los. Seine Band bestand aus einem DJ/Keyboarder, Gitarristen, Bassisten, Drummer und Tabla& Percussion Spieler. Allesamt sehr patent an ihrem Instrument. Der Bassist war ein sehr ulkiger Vogel, der teilweise so gewirkt hat als würde er selber gerade ein anderes Konzert sehen, mit roten Drachen und Zauberern.
Das Konzert nahm an Tempo auf und kam in der zweiten Hälfte so richtig in Fahrt. Das Solo des Drummers zusammen mit dem Tabla-Spieler war vielleicht der heimliche Höhepunkt.

Das Publikum war weitenteils sehr entspannt, mit der Ausnahme einer unglaublichen Spackenparade, die ich in so einer Form eigentlich noch nicht erlebt habe. Es muss sich um die 3.paralympische Judo-Mannschaft von Mecklenburg-Vorpommern gehandelt haben. Geistig behindert, auf Anabolika und Eltern die vermutlich Zwillinge waren. Alle ohne jegliche anschaubare Körperkoordination und mit noch etwas weniger Stil. Bei jeder Gelegenheit sind sie seitwärts gesprungen - ich bin ja auch dafür, dass die Leute auf Partys und Konzerten abgehen - aber seitwärts? So wäre es kurz vor Ende des Konzertes beinahe zu einer Schlägerei gekommen, die durchaus verdient gewesen wäre. HASS! Der eine Spacken hat immer wenn der DJ scratchte eine Armbewegung (behindert!) gemacht, die so aussah, als hätte er den Dackel (ebenfalls behindert) seiner Oma, die ihrerseits schon in 3. Generation behindert ist, misshandelt.
Eine ebenfalls gehörige Hasskappe habe ich mir aufsetzen müssen, als ich auf Spiegel-Online einen Bericht über die "Lausch-Lounge" gelesen habe. Vom Geheimtipp wird da gesprochen, Arbeit im Untergrund... Die Lausch-Lounge ist bestimmt eine großartige Veranstaltung für deutschen Pop aus Hamburg, aber mit Untergrund hat es so wenig zu tun wie Angela Merkel mit Regierungskompetenz. Wie lange braucht eine Redaktion wie die des Spiegels, um vor der eigenen Haustür mal etwas zu entdecken was frisch ist?

Posted by Jazzket