20.10.07
Macht!
Einer meiner größten Erfolge in diesem bescheidenen Leben ist die totale „Herr der Ringe“ Ignoranz. Ich habe keines der Bücher gelesen, nur einen halben Film geschaut, und nicht 2 Cent Sympathie für Frodo entwickelt. Ob die Viecher Haare auf den Füßen haben interessiert mich herzlich wenig. Ich mache mir auch ohne Tolkin Gedanken über die Versuchung der Macht und Haare.
Gut, es ist nicht so weit weg von Mittelerde, aber bei einem kulturell höchst aufgeladenen Bankett, habe ich, in Reichweite meiner Körperlichkeit (ich hätte also durch Flatulenz die Geschichte beeinflussen können – oder anders gesagt: ich war dabei) gesehen, wie schrecklich echte Macht sein muss.
Ich durfte die wichtigste Frau ihres Faches erleben. Eine Dame, so mächtig, dass selbst die anderen großen Namen, die ebenfalls anwesend waren, alles getan haben, um sich bei ihr einzuschleimen. Der Frau sollte alles zu Füßen gelegt werden, was irgendwie in Reichweite war. Eine Senatorin erblasste in ihrem Glanze, wie eine alte, prähistorisch gekleidete Porzellanpuppe, in dem Moment, in dem die neue Barbie-Puppe unterm Christbaum hervor gezaubert wird. Ein leuchtender Stern, die Britney Spears ihres Faches, auf der Höhe ihres Ruhmes, „Unten-rum-ohne-raus-aus-der-Limousine“ Type of Fame, wenn man so will.
Sie war der Star des Abends. Der Hallische Komet zu Besuch auf der Erde. Der Sonnenuntergang in der Bierwerbung. Der Ledersitz im Auto. Das Häagen-Dasz im Kühlregal. Die Piemont Kirsche nach der Sommerpause. Gleich alle drei Streifen bei Adidas. Der Wasserfall auf einer Tropeninsel. Die letzte Rolle Klopapier, die man nach dem letzten Blatt der vorletzten Rolle zunächst nicht gesehen hatte. Das Filet in der Pfanne eines Sternekoches. Der erste Sonnenstrahl eines Frühlingstages. Frische Bettwäsche nach einer langen Reise. Der Fürst von Monaco auf einer Singleparty. „Mandy“ beim Karaoke. Sven Väth bei der TDK Time Warp 2006. Die Gina Wild im Kinderkrankenhaus. Der Flachbildfernseher in der ersten Eigentumswohnung. Der duftende Schaum in der warmen Badewanne. Ein brasilianischer Hintern an der Copacabana. Selbst Gott würde sie gerne kennen lernen.
Aber warum zum Teufel sagt ihr kein Arsch, dass ihre Frisur scheiße ist?
Wer solche Freunde hat, der braucht vielleicht keine Feinde mehr, aber er sieht aus wie eine verfärbte Klobürste nach 20 Jahren Berufserfahrung.
Aber kommen wir jetzt zu etwas vollkommen anderem.
Wir haben eine neue Review im Archiv und freuen uns bereits diebisch wie Gollum über eine Verlosung zum Sharon Jones Konzert am 26.10. im Mandarin Kasino, über den hamburgfunk-eigenen Newsletter. Vielleicht kommt noch eine Nosliw Aktion für das Konzert am 31.10. hinzu. Pharoahe Monch kommt nach Hamburg! Und die Fingerprints spielen wieder an Stoeckers YoYo. Leute mit Schlafstörungen sehen schönen Zeiten entgegen.
Posted by Jazzket

auflösung bitte..SOFORT!!! sorry...
vielleicht später mal, aber jetzt könnte das tatsächlich böse konsequenzen für mich haben.
aber vielleicht bekommen wir ja doch ein foto hin....
mal sehen
jzkt
|
auflösung bitte..SOFORT!!!
Posted by: robert at 21.10.07 14:25