06.04.06 May we introduce to you... 6.4.

Herzlichwillkommen zu einer neuen Reihe auf HamburgFunk.de. An dieser Stelle, also tendenziell immer donnerstags, wollen wir Freshness Guide spielen. Hier gibt es in relativ regelmäßigen Abständen freshe Artist auf die Sinne. Das ganze ist nicht auf Musik beschränkt, einzige Vorraussetzung ist vorhandene Freshness und Belegexemplare dieser, in einer vermittelbaren Form.

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Neeko

Wer schon länger in Hamburg Platten kauft, der wird Neeko seiner Zeit bei Groove City getroffen haben. Er hat allen Anschein nach nicht immer nur Platten verkauft, sondern die meiste Zeit Platten gehört. Seine musikalische Karriere hat, wie bei so vielen zeitgenössischen Musikern, mit HipHop angefangen. Neeko hat dabei allerdings nicht nur die Kappe aufgesetzt, sondern die Scheuklappen abgelegt. Guter HipHop ist immer eine Sammlung verschiedenster Einflüsse, musikalisch als auch persönlich, und so hat Neeko auch eine Reise durch das gesamte Spektrum der Musik gemacht, anstatt die Wände aller HipHop Clubs der Stadt mit seinem Rücken zu wärmen. Er selber nennt es Freundschaft, die er mit verschiedenen Genres geschlossen hat, vielleicht könnte man es auch gesunden Musikgeschmack nennen. Aber wir wollen uns hier nicht durch Begriffe und Schubladen wühlen, sondern über gute Musik berichten.
Neekos Debut Album Inner Space, soeben auf Hong Kong Recordings erschienen, könnte man als Tagebuch seiner Reise durch die verschiedenen Stile bezeichnen. Die Tracks sind nicht etwas einzelne Stationen auf dieser Reise, aber allen Songs kann man anhören, dass hier viele Einflüsse zusammen gekommen sind. Auf den Kopfhörern kommt ein instrumental Album zwischen HipHop und Broken Beat an. Neben zahlreichen eher kurzen Tracks und Skits finden sich ganze Songs, die sich nach und nach entwickeln und entfalten. Diese Songs entwickeln mit der Zeit ihren eigenen Raum, was vielleicht auch mit dem Album Titel Inner Space gemeint ist. Den Hörer erwarten nicht etwa Clubbeats und Streetshit, wie man sich vielleicht denken kann, aber es sind schon auf gewisse Weise dope-broken-beats, die sich alle im Downtempo tummeln. Ebenfalls auf dem Album vertreten ist Chiefrocker Marius No.1, dessen Remix sich nahtlos in den Tonträger einwebt.

Wer jetzt neugierig geworden ist der kann seine Gier unter
www.homebound.de und www.hongkongrecordings.de befriedigen.

Wo wir gerade bei HongKong Recordings sind, sollten wir an dieser Stelle endlich nachholen, was wir der Leserschaft schon seit ein paar Monaten wenn nicht sogar Jahren schuldig sind.

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Gruntert

Zum ersten Mal habe ich Jakob Grunert bei einer Pilotfilm Session gehört. Als Rhodes Junkie an den Keys hat er die Session mit seinem warmen Sound, der unverschämt elegant grooved, tief in die Ohrmuscheln transportiert. Sein Gespür für feiste Grooves, die sich nicht auf die Tanzfläche schmeißen, sondern charmant jeden Raum erwärmen, hat mich damals erfreut feststellen lassen, dass er ein Album veröffentlicht hat. Dieses Album schlicht Grunert benannt, präsentiert Jakob Grunert nicht nur als grandiosen Keyboarder, sondern in erster Linie als Produzenten und Komponisten. Entstanden in Zusammenarbeit mit diversen Bekannten aus dem kleinen HamburgFunk Universum bekommt der Höhrer 11 Tracks serviert, die die allesamt höllisch in den Nacken gehen. Teilweise ist es Jazz, manchmal Soul, irgendwie HipHop und immer verdammt gut. Vermutlich ist Grunert moderner Jazz, bestimmt aber großartige Musik. Wer jetzt hören will, wovon die Rede ist, oder die Wartezeit aufs neue Album verkürzen will, das mittlerweile schon aufgenommen ist, der sollte bei www.grunertmusic.de vorbeischauen, hier gibt es ausführliche Hörproben.

Posted by Jazzket