18.10.06
Mutter schau! Ich bin DJ
„Geh mal richtig in die Frisur, spür dein Soul und lass es raus, Baby!“ Gut, gelogen, so schlimm war es nicht - eher im Gegenteil. Meinen Samstag habe ich mit dem Beiwohnen eines familiären Fotoshootings verbracht. Gut, von vorne: Zunächst musste ich arbeiten, was an diesem Tag hieß zu fünft ganze drei Gäste zu vertrösten, die Karten für eine Veranstaltung gekauft hatten, die nicht stattfinden konnte. Ich habe keinen der Gäste gesehen. Meine fünf Mitstreiter vermutlich auch nicht. Auch nicht schlecht, ich weiß es nicht mehr so genau, es ist alles so verschwommen, denn mein Rausch hält an.
Der Kenner wird sich jetzt fragen, welchem Rausch ich verfallen sein könnte, habe ich doch erst heute sehr zur Überraschung des Marktforschers 50 Euro ausgeschlagen, da ich einfach kein Alkohol trinke.
Das Fotoshooting hat mich einfach tief geprägt. Denn ich durfte nicht nur beiwohnen, sondern mich in zwei Tascam CD Player verlieben. Gut, Liebe auf den zweiten Click. Bereits nach einem Song musste ich feststellen, dass diese CD-Player nicht ohne weiteres zum nächsten Track springen. Dafür spielen sie aber Audio CDs rückwärts und haben ein tolles Jog-Wheel zum scratchen. Auch der Flanger Effekt ist nicht zu Verachten. Das Beste war aber der mini-Sampler. 10 Sekunden mitschneiden und abfeuern, overdubben und loopen. Also wurde ich zum DJ ernannt, und hatte die Aufgabe im Schnitt alle 4 Minuten wieder auf Play zu drücken.
Da saß ich dann rund 3 ½ Stunden mit zwei MP3 CDs die ich nicht kannte und der Aufgabe das Model Delyah in Gang zu halten, die gerne Down South Dirrrty Stuff hören wollte.
Dazu wurde gut getrunken. Ein Mensch namens Whisky machte seinem Namen alle Ehre und sorgte für Nachschub. Im meinem Falle eine Flasche Cola für nur 5 Euro in einer Bar erstanden.
Und dann wurde gescratched, gesampled und gelooped was die CD Player hergaben. Übergänge ins Blaue und ein Set haarscharf vorbei an einer ITF Qualifikation. Was viele vielleicht noch nicht wussten, wenn man den Flanger Effekt anschmeißt und die CD nur ganz langsam scratched, klingt es wie ein Düsenflugzeug im Sinkflug. Mein vielleicht bester Moment war allerdings mit Sicherheit meine extended Version von Jay Z featuring Pharell „Excuse me miss“
George. Mastermind der Band Positunes, war auch begeistert. „Nicht wie du aufgelegt hast – sondern die Tatsache, dass du es für 4 Stunden gemacht hast hat mich fasziniert!“
Für eine Tüte Chips, drei Überraschungs Eier (bitte Markenware! Ich sammle die Kuschelgorillas), stilles Wasser und eine Fanta lege ich auch auf eurer Party oder Betriebsfeier auf!
Posted by Jazzket
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