02.05.05 Neue Wege

"HamburchFunk muss wachsen!" sagt Dieter (hier links im Bild).
Kollack, sein Kumpel vom örtlichen Kiosk stimmt zu: "Die müssen mal wieder zu ihren Stärken zurück! Sach ich dir!"
"Dass erzähle ich dir doch schon die ganze Zeit, aber du willst immer nur mit Kalle Peru chatten und mit dem Dummen Hund Gassi gehen!"
Die Frau in der Mitte des Bildes schweigt überraschenderweise, obwohl sie den Kalle auch ganz toll findet, und es nicht sehen kann, wenn Dieter den Kollack vom Kiosk so anmacht. "Ich chatte nun mal gerne Dieter. Jazz und Porno reichen mir im Internet halt nicht aus. Und ausserdem hast du noch nicht erzählt, was die Dröbbel jetzt ändern sollen! Komma ausm Quark mit deinen Vorschlägen. Dann hab ich für morgen wieder was für die Schautbocks!" "Die müssen mal wieder was ordentliches machen. Mit Brüsten und Musik!" Die Frau in der Mitte des Bildes denkt dabei an ihren letzten Klingelton, den sie sich runtergeladen hat. Sie sendet ein kleines Stoßgebet zum Papst, dass jetzt bloß niemand anruft, und sie per Klingelton zum Gespöt der Grillbude wird. Besonders nicht ihr Hermann! Hermann ist als Scooter-Fan nicht hoch im Kurs bei unseren beiden HamburgFunk Lesern Dieter und Kollack. "Wie soll das konkret aussehen?" "Na wat weiß ich, ich bin doch kein Plattformcheffe, geschweige denn Contentmanager!" "Aber hier die Wurst kalt werden lassen um die Tröten von Neun Live an die Wand zu plappern!" Die Frau in der Bildmitte schweigt. Sie denkt an gestern Abend, als der Hot-Button wieder zugeschlagen hat während sie noch in der Warteschlange hing - das Leben ist nicht immer wie im TV angepriesen. Und das Schicksal hasst die Dame in der Mitte des Bildes, weil sie immerzu die Klappe hält und so den Kollegen Zufall aus der Grillbude komplett aussperrt. Denn der Zufall, das weiß das Schicksal genau, der Zufall siedelt sich vermehrt im Sprachzentrum von Grillbudenbesitzerinnen an. Was zu großartigen Wortbeiträgen führen kann, und der vielleicht einzige Weg im täglichen Umgang mit Alkoholikern ist. "Die sollen mal was Ordentliches machen auf ihrer Seite da! Ne Geschichte schreiben, nicht immer nur über andere urteilen und eigene Veranstaltungen bewerben. Das steht mir bis hier!" Dieter, Halter eines großen Latinums, im Telekolleg erworben, weiß wie ein gewiefter Redner eine Revolution auslösen kann. Im Vollbewusstsein seiner Möglichkeiten wird er manuell-poetisch und zeigt mit seiner rechten Hand ganz genau bis wohin es ihm steht. Kollack wird durch diese große Geste, die ihm als kleine Verständnisstütze dient, erst so richtig deutlich wie ernst es dem Dieter ist. "Sollen die ein Roman schreiben oder was?" "Ja!" wirft Dieter in die delikate Luft der Grillbude, die im Sommer Fritier-Fett-Wölkchen bildet und im Winter schon mal dafür sorgen kann, dass Butterklumpen an den kalten Fensterscheiben kondensieren. Eine Tatsache die Kollack sehr schätzt, da seine Frau ihn immer bei Butter an der kurzen Leine hält, weshalb er durchaus im Winter die Fenster leckt. "So richtig mit Rums und Titten!" "Baywatch!", fährt es der Frau in der Bildmitte heraus, bei der neben Klingeltönen und einer Sucht nach Buchstabenrätseln noch eine dritte Leidenschaft gründlich gepflegt wirkt, was man von der Grillbude leider nicht behaupten kann. Die Frau in der Bildmitte geht verkleidet als Baywatchboje zu Rollenspieler-Conventions und muss daher einfach jede Folge mindestens vier Mal gesehen haben, was ihr gelungen wäre, hätte sie den gestrigen Sonntag Vormittag nicht verpennt. So hat sie aber die vierte Ausstrahlung der letzten Folge der fünften Staffel verpasst. Was das Schicksal geahnt hatte, geht nun von Statten. Der eher zufällige verbale Auswurf der Frau in der Bildmitte findet Zuspruch bei Dieter: "Das wär's natürlich!" Dieser Quasi-Beschluss bringt den ebenfalls zufällig beiwohnenden Jazzket (links ausserhalb des Bildes mit einer guten Portion Pommes beschäftigt und von unseren beiden Lesern unerkannt) auf eine Idee. Er beginnt zu grübeln, während die manische Baywatchboje in der Bildmitte verzweifelt und mit ihren Händen Trost in der leider heißen Friteuse sucht.
So kam Jazzket zu einer Idee - versüßt mit einer Portion Kinderspargel - die er nicht bezahlen musste, und die wortkarge Frau aus der Bildmitte ins Krankenhaus.
HamburgFunk hat eine neue Attraktion und die Frau endlich die zur Baywatchboje passende Färbung der Hände...

Und so wirds geschehen. Wie jede gute Fernsehzeitschrift leisten wir uns einen Fortsetzungsroman. Jeden Sonntag heißt es ab sofort:

Baywatch 2016
Es dreht sich alles um Mitch und Hobie Buchannan (David Hasselhoff & Sohn...), Titten und Dialoge, die in keinem Porno auftauchen würden, da sie einfach zu schlecht sind. Mitch ist ein in faltengeworfener Alki, der mit Hobie hadert, da dieser mittlerweile seine homosexuelle Ader erkannt hat....

Den Piloten gibt es nächsten Sonntag.

Posted by Jazzket