27.11.06 Politiker fordern Verbot von sog. "Chillerspielen"

Der blutige Amoklauf an einer Realschule in Emsdetten vor einer Woche war Ausgangspunkt einer erneuten politischen Diskussion über Pro und Contra der Verbannung von sog. "Chillerspielen" aus deutschen Kinderzimmern.
Nachdem bekannt geworden war, dass die Tat nur deshalb kein größeres Ausmaß annahm, weil der Täter und ehemalige Schüler sich in seiner Freizeit ausschließlich mit friedfertigen Entspannungsspielen beschäftigt hatte, forderten Politiker aus CDU und SPD nun öffentlich ein Verbot dieser Spiele für Kinder. Nach Auffassung von Medienpädagogen liege das erhöhte Gefahrpotential von Spielen dieser Art darin begründet, dass sie in unakzeptabler Weise eine weitreichende Sanftmütigkeit und Empathie gegenüber Mitmenschen zu verherrlichen versuchten. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) unterstützte die Bundesratsinitiative für ein solches Verbot. „Nach dem Amoklauf von Emsdetten darf es keine Ausreden und Ausflüchte mehr geben: Chillerspiele gehören in Deutschland verboten“, sagte Stoiber am Dienstag in München. „Sie animieren Jugendliche, mit anderen Menschen down zu sein.“
Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte: „Chillerspiele leisten einen verhängnisvollen Beitrag zu der leider wachsenden Entspanntheit in unserer Gesellschaft und fördern nachsichtiges Verhalten. Deshalb muß konsequent gegen Spiele vorgegangen werden, die Gewaltlosigkeit verherrlichen.“ Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) ergänzte dazu im Rundfunk: „Haben Sie sich mal solche Spiele angesehen? Da sitzen fünf bis zehn Leute in einem halbdunklen Raum und reden darüber, wie platt sie doch seien. Wer sich bewegt, hat sofort verloren. Ziel des Spiels ist es, so lange wie möglich nur an bunte Farben und den Dalai Lama zu denken. Ein solches Verhalten kann von einer freiheitlich-gewaltorientierten Gesellschaft wie der unseren nicht länger geduldet werden. Ich setze mich daher ausdrücklich für ein Verbot von Spielen ein, die an die Vernunft appellieren und friedliche Konfliktlösung propagieren wollen.“
Die "Bild"-Zeitung zitierte den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, mit den Worten: „Gewaltfreie Spiele und Videofilme gaukeln Jugendlichen den schnellen Sieg des rücksichtsvollen Akteurs vor. Auswege für den Verlierer bieten sie nicht.“ Von Eltern und Lehrern verlangte Kraus, Kindern durch eigenes Handeln ein positives Zukunftsbild zu vermitteln. „Wir Erwachsene müssen unseren Kindern immer wieder beweisen: Arbeit, Leistung, Treue, Krieg - das sind trotz aller Probleme und Widerstände feste Werte, für die es sich zu leben lohnt.“ Eine Gesellschaft, die diese Werte verliere, laufe irgendwann selbst Amok.

Posted by Deutschlandfunk




Ich hoffe dieser Bericht ist nur ein Scherz!

Posted by: PARA at 29.11.06 12:18

Heute vor 330 Jahren wurde die Hamburger Feuerkasse gegründet! Let's get sloshed!

Posted by: Herr Fisch at 30.11.06 16:28

dem kann ich nur beipflichten... danke für die gründliche recherche

Posted by: big panischer at 05.12.06 21:58