19.10.04
Wissenswertes
Es sind die kleinen Dinge, die man häufig übersieht, die das Leben erst lebenswert machen. Ein ganz offensichtliches Beispiel sind da natürlich Schaubilder über die Luftströmungsverhältnisse eines Baumes. Wer ruft nicht aus:"Oh Baum so winde dich!" - Vermutlich die meisten Menschen - An dieser Stelle kann man deutlich erkennen, wie der Kulturbetrieb an meiner geistigen Schärfe nagt. (Literarisch wertvoller Einschub: Teletubbies und existenziell geforderte Schauspieler sind der saure Regen auf meinem Haupt, der die grauen Zellen hinfort spühlt und die Erkenntnis verschwimmen lässt. Der Dadaismus beseelt den Kulturschaffenden, der daraufhin seelig, wenig Kultur für viel Geld schafft. Einschub Ende)
Vielleicht ist dem einen oder anderen dieses schnuckelige Plakat aufgefallen, dass an allen U-Bahn Haltestellen der Hamburger Hemisphäre für den 'Weltkorken Tag' wirbt. Oder etwas genauer für einen Rekordversuch, die längste Korkenschlange der Welt mit Schulkindern zu erschaffen. Nun ist es fraglich, warum soviel Geld in den 'Weltkorken Tag' gesteckt wird. Zu allererst bleibt festzustellen, dass Korken scheiße sind. Wenn man sich dann mal überlegt welche Summen diese Promotion für den Korken Tag kostet, sollte einem die Verwunderung mit blanker Hand ins Gesicht schlagen. Die Aktion soll natürlich für die Kinder sein, aber betrachtet man die Zielgruppe mal etwas genauer, so stellt man fest, dass Kinder und Korken garnicht 'down miteinander' sind, und bestimmt auch nicht nach dem Weltkorken Tag sein werden.
Wenn man schon eine Aktion für die Kinder von heute macht, dann doch bitte richtig. Korken haben in der Welt der Kinder nichts zu suchen. Bier und Schnapps werden nicht mit Korken verschlossen. Joints werde nur in den seltensten Fällen mit Kork angereichert, und vorehelicher Sex hat nun auch nichts mit dem Material zu tun. Was also haben Kinder mit Korken am Hut?
Würde man mich bitten mit 10 000 Euro Förderungsgeld eine Aktion für Kinder auf dem Rathaus Markt zu veranstalten, dann würde ich kein Geld für Promotion ausgeben, sondern zwei schlechte DJs und 7000 saubere Spritzen besorgen. Das wäre zielgruppengerecht! Kinder scheißen auf Korken - Kinder nehmen Drogen!
Und am vergangenen Samstag, beim Transfer zwischen den beiden grandiosen DJs Keb Darge im Mandarin Kasino und Marius No.1 im Echochamber, stellte sich mir die nächste Frage. Wenn doch jeden Freitag und Samstag auf dem Kiez offensichtlich der Versuch unternommen wird, die größte Prolleten-Polonaise der Welt zu veranstalten, warum gibt es keine Werbung in den U-Bahnen dafür?
Vermutlich weil es schon so ein Selbstgänger geworden ist.
Morgen verwenden wir unsere kostbare Zeit damit, ein paar Plattenvorstellungen und verwandtes dem Publikum zu unterbreiten.
Heute könnte man, ganz gelassen, das 2 Jährige Bestehen des Imperial Rooms ffeiern.
Posted by Jazzket

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