02.08.04 Worte

Worte sind ein eigenartiges Phänomen der menschlichen Miteinandersamkeit. Meistens sind Worte garnicht so entscheidend. Es kommt viel mehr auf die Stimmlage, den Gesichstausdruck und die Körperhaltung an, wenn wir einen anderen Menschen wahrnehmen.
Worte sind schnell vergessen, zumindest gute Worte, nette Worte. Es gibt nur ein paar Leistungen der Werbeindustire, die es geschafft haben Worte positiv zu belegen und in die Köpfe einzubrennen.
Ansonsten fallen mir nur ein paar Worte ein die Amerikaner mal gesagt haben, als der Moment es einfach erforderte (Neil Armstrong, John F. Kennedy, Dr. Martin Luther King Jr). Deutsche haben es nicht so mit positiven Worten die sich einbrennen. Hitler ist hängengeblieben, aber Rudi Dutschke? Helmut Kohls Anlitz ist noch abrufbar, aber wie sah Rio Reiser noch mal aus?
Was ist es, dass Worte mehr negatives bewegen als positives? Worte erklären Krieg, aber nur Taten können Frieden verständlich machen.
Ich habe mindestens 1 totalen Ausrutscher pro Woche was meine Wortwahl angeht, und so verdammt selten schaffe ich mit Worten was gutes.
Lil John und Usher kann jeder zitieren, aber Gift of Gab?
Und all die Wortakrobaten und Journalisten die mehr schreiben als denken - Wieso fällt es immer so leicht gleichgesinnten in den Rücken zu fallen ? Vermutlich weil es das Verb schon verraten hat: herab geht es immer einfach als hinauf. Wie kommt es, dass Intro und Spiegel.de nicht das neue Roots Album lieben und loben?
Warum wird Michael Moore in linken Blättern in Deutschland heftiger kritisiert als in eher konservativen?
Rechte Parolen mobilisieren Menschen - ein Artikel und schon stehen 2 Häuser in Flammen.
Linke Parolen sind total in Ordnung - 100 Artikel machen keinen Unterschied.

Manchmal wäre es das beste in den Updates einfach nur würdevoll zu schweigen - aber ich kann nur mit geschriebenen Worten arbeiten. Dabei sind doch gerade beim Funk die ausgelassenen Töne die wichtigen.

Posted by Jazzket