10.01.05 Zum Thema

as fantastische Little Brother Album von 2002 schmeichelt meine Ohren, die dieses Wochenende einiges erlebt haben. Den Anfang machte ein Hardcore-Metal Konzert, dass einfach höllisch scheiße war, was es aber auch genau sein sollte. Zumindest das geneigte Publikum war begeistert von all diesen Akkorden, die ich nicht so recht ausstehen konnte, was ein Qualitätsmerkmal für Metal sein dürfte. Die zwei "Sänger" vermittelten einen impressionistischen Eindruck vom Liebesgesang zweier Frösche, die in ihrer lieblichen Balz von einem Schienenfahrzeug der Indischen Eisenbahn gestört werden. Die zwei Gitarristen waren erbarmungslos laut und bösartig. Der Drummer hat manchmal versehentlich gelächelt, was nicht wirklich zu der extrem energievollen Musik passte. Aber der Höhepunkt waren eh die Fans. Das sah aus als würden 5 Kampfsportler für die Olympischen Spiele trainieren. Für die paralympischen wohlgemerkt. Und dieser ansehnliche Wechsel zwischen pandemonischen umsich schlagen und verschüchterter Haltung in den Pausen ist der Traum eines jeden Pädagogen. Da wollte man immer prüglen und streicheln und prügeln und...
Aber gut bei R'n'B wollen alle immer nur prügeln. Da gewinnt Metal absolut. Weiter ging es dann im Mandarin. El Bufonk (der Narr) hat als erster die Platten geschwungen, und das war ziemlich nice. Classic HipHop gemischt mit som'other Shit (Mr. Scruff?). Cooles Set. Placebo hat dann ein wirklich cooles Set hingelegt. Placebo ist der einzige DJ bei dem ich R'n'B cool finde. Erkan ist einfach so suave, der kann auch einfach mal Kelis bringen. Und Sexual Healing von Marvin gehört auch einfach auf die Tanzfläche. Hawkeye hat dann den mighty mighty Boom Bap walten lassen. Mächtige Funkscheiben (ABC in einer japanischen Version?? - erzähl schon!) bevor es mit KRS-1 und Konsorten weiterging. Der Menge gefiel es so gut, dass die Tanzfläche prall gepackt war. Dementsprechend war es Zeit den grandiosen DJ DSL im Echochamber zu checken. DSL ist der Gott für Musik-Nerds wie mich. DSL bewegt sich fernab von Hits und ist trotzdem extrem gut tanzbar, was für Nachteulen wie Musiker und Veranstalter eigentlich das Optimum ist. Ich habe nicht ein Lied gekannt was er in meiner Anwesenheit gespielt hat, was einfach freshness in Tüten ist.

Diese Woche werde ich leider etwas abwesend sein, Theaterworkshops in Hinter-Heideningen zwischen Bremen und Undeloh. Was man nicht alles so mit seiner Zeit anstellen kann.

Posted by Jazzket