30.04.08

soulhome tanzt in den mai

*Ein kleiner Wegweiser für das lange Wochenende mit Tipps für die Garderobe und das Tanzbein...

soulhome at yeahboy invasion of the girlbrands

Ein neuer Streetwear-Store macht die Schanze unsicher. Der Yeahboy Department Store beim Schlachthof feiert HEUTE Abend die Ankunft erlesener Streetwear Styles für die Damenwelt und HamburgFunks Lieblingslabel soulhome ist auch dabei. Ausserdem gibt es noch heiße Ware von Liebchen, SHJ, Starstyling aus Berlin und eine Wand voll Kunst von 56K.

Zum Thema
http://www.soulhome.de und http://www.yeahboy.biz

Die Garderobe kommt vor dem Tanz, der heute sowohl im Waagenbau als auch im Mandarin Kasino sehr ausgelassen ausfallen wird.

HEUTE :: 22:00 Uhr :: Waagenbau :: 10 Euro ::
Der Waagenbau hat mit DJ DSL und Daniel Haaksmann zwei Universalisten auf dem Mainfloor, die von HipHop bis voll auf die elektroide 12 (bis teilweise 13!) geben können. Daniel Haaksmann wird seine Baile-Funk Breaks mitbringen und mit dem Brasilianischen Booty-Bass Sound gehörig die Wände wackeln lassen, während DSL die elegantere Variante Dope Beats auspacken wird. Auf dem zweiten Tanzboden gibt es Reggae von Joscha und Queen Doreen.

HEUTE :: 22:00 Uhr :: Mandarin Kasino :: 9 Euro ::
Das Mandarin Kasino hat mit DJ Format einen ausgezeichneten Plattenkünstler zu bieten, der schon mit Jurassic 5 tanzbares Vinyl veröffentlicht hat. Ein Crate-Digger der alten Schule, der dank seines britischen Einschlags zusammen mit den Original Jazz Rockern für reichlich Abwechslung auf der Tanzfläche sorgen wird.

FREITAG 02.05. :: 23:00 Uhr :: Gafieira Universal :: Waagenbau ::
Auch am Freitag wird es bunt im Waagenbau. Die Jungs von Gafieira mischen ihre Plattenregale und legen alles auf was gut und funky ist. Von Latin bis Afrobeat und zurück zu Disco. Wie bei jeder Gafieira Party gibt es auch Live-Music zu erleben. Dieses mal wird es Funky Disco Sound von André Sobo Electric X-Perience geben.


Posted by Jazzket at 15:57 | Comments (0)

27.04.08

Noch ein Traum

Ich habe geträumt, dass ein kleiner Elefant sich eine Pizza bestellt und sie nicht bekommt, weil er kein Stammkunde ist. Er war darüber sehr unglücklich und versuchte mehrere Male, den Kellner davon zu überzeugen, dass jeder Restaurantbesucher Anspruch auf eine Pizza habe, solange er nur genügend Geld und Appetit mitbringe. Der Kellner wollte das nicht einsehen.

Irgendwann wurde dem Mann die Diskussion zu viel. Er nahm seine weiße Schürze, knotete daraus eine Art Lasso und jagte den Gast aus dem Restaurant quer durch meine Wohnung. Als der Elefant das dritte Mal quietschend durch mein Zimmer lief und ihn bald seine Kräfte verließen, sprang er in Panik vom Balkon und landete im Swimmingpool. Von oben sah ich, wie er beim Aufschlag zusammengedrückt wurde und auf der Stelle tot war. Blut strömte aus dem Körper ins Becken und färbte es rot.
Das war das Ende der Geschichte. Was mit dem Kellner oder seinem Restaurant geschah, erinnere ich nicht mehr. Beim Aufwachen bemerkte ich, dass es ein Traum war, da unser Garten keinen Swimmingpool hat.

Vielleicht steht der Elefant für mich. Ich weiß es nicht. Jedenfalls kommt er mir sympathisch vor. Bestimmt hat er für die Pizza lange gespart und sich sehr darauf gefreut. Ich wäre gern sein Freund gewesen. Hoffentlich bin ich nicht der Kellner, da ich zu anderen Menschen niemals so gemein sein könnte, selbst wenn sie Elefanten sind.

Posted by Tortellini at 17:27 | Comments (1210)

18.04.08

Wellness mal anders

Als Blogger muss man sich ja irgendwann entscheiden, wieviel man über sein Privatleben preisgeben möchte. In meinem Fall ist das relativ wenig. Selbst die Einblicke in mein Berufsleben, die an dieser Stelle hin und wieder zu gewinnen sind, kosten mich schon viel Überwindung. Dennoch ist Hamburgfunk die Institution meiner Wahl, wenn es darum geht, zum allerersten Mal über einen Traum zu bloggen, genauer gesagt über ein kleines Detail, eine Einrichtung, die neulich in einem meiner wirren Träume auftauchte.

Ich träumte von einer Wursttherme. Ja. So wie Wurst und Therme. Das ist so etwas wie ein Thermalbad mit heißen, sprudelnden Becken, in denen Leute sitzen, und ich erinnere mich, dass ich diese Wursttherme – ich habe explizit dieses Wort geträumt – ganz oben auf einem Berg war, ein bisschen wie der Berg bei Asterix und den Römern, auf dem Gott den Weichspülertest macht, aber der kam nicht vor. Und da waren tatsächlich dampfend heiße Becken, in denen ganz normale Menschen saßen und sich entspannten. Leider wusste ich nach dem Aufwachen nicht mehr, was nun der Wurstbezug war. Gab es kleine schwimmende Würstchen in den Becken? War es am Ende gar Wurstwasser, in dem die Menschen saßen? Hätte ich im Traum einen Geruchssinn, wüsste ich es vielleicht.

So weiss ich nur, was für ein restlos debiles Unterbewusstsein ich offenbar mein Eigen nenne und wie unendlich dankbar ich war, als ich im Büro zu meinem Morgenkaffee das fantastische Album von Milez Benjiman in Empfang nehmen durfte. Das blubbert zwar auch, ist aber garantiert frei von Wurst.

Das und mehr gibt es jetzt in den Reviews.

(Ich lege heute Nacht im Neidklub Loft, morgen im Mandarin auf. Ich bitte alle Gäste, von Anspielungen auf diesen Traum, mitgebrachten Hot Dogs oder Ähnlichem Abstand zu nehmen. Danke.)

Posted by djmq at 18:51 | Comments (0)

05.04.08

Macbook suicidal

Tage wie dieser 1. April bleiben einem nicht lange im Gedächtnis, obwohl sie doch so vieles verändern können. Weichen werden gestellt. Menschen sterben. Aber ich sollte die ganze Scheiße von Anfang an erzählen...


Gemäß meines angestammten Tagesablaufs lief ich irgendwann gegen halb vier Uhr nachmittags, kurz nachdem ich aufgestanden war und gerade noch Zeit zum Duschen gefunden hatte, zusammen mit meiner tierischen Begleitung in der Einsatzzentrale des Team HamburgFunk, im Tigga Cave, ein. Mein Hund war das einzige Mittel, den übermäßigen Drogenkonsum der Kollegen im Zaun zu halten, da das hypnotische, ewige Schwanzwedeln des treuen Vierbeiners zumindest Kevin-Arnolds Koksleiden und Marie-Jacquelines zwanghaftes Kleber schnüffeln kurzzeitig zu unterbrechen vermochte.


„Crispy Chicken, Block Burger, Fresh Lemon, Texas Mc...“ tönte es mir entgegen. Lord Jazzket Namesi I. und Prof. Dr. DJ Master Bachelor Quest diskutierten der Uhrzeit entsprechend wieder mal übers Essen. „McDiät“ dachte ich und versuchte möglichst ungesehen und ungehört an meinen Arbeitsplatz und meinen EEE PC zu huschen. Stattdessen fand ich nur einen Zettel vor.


„Die Redaktion hat einhellig beschlossen, dass es der Arbeitsstimmung zugute käme, wenn du endlich den Move zu einem Macbook machen würdest. Dank der kompakten Bauweise deines alten Rechners konnten wir ihn schnell über den Aktenvernichter entsorgen. HamburgFunk heißt eine Philosophie leben...“


„Na sauber!“ dachte ich. Waren doch auf meinem Lieblingsgadget Bootlegs der nächsten drei Erykah Badu Alben, Foreign Exchange II, das J*Davey Album und begleitend die entsprechenden schon vorverfassten Reviews, sowie exklusive Fotobeweise über Textblätter von Jay-Z gespeichert gewesen. Doch das Geld kam auch immer ohne vorweisbare Ergebnisse, also war es nicht mein Verlust und Preis-Leistung sei dank hatte ich noch drei weitere EEE PCs auf Vorrat in meinen Schubladen liegen. „Die können mich... Fight the Power!“ dachte ich.


„Kannst du mal kurz zu Burger King, McDo, Hessburger, Jim Block und der Hollywood Canteen was zu Essen holen? Aber McDo und Burger King am Ende der Runde! Weißte ja, dass Eis schmilzt sonst...“ rumorte es hinter mir, während ich EEEve No. II (Ich neige dazu, meinen Rechnern Namen zu geben.) auf die viel zu große Schreibtischfläche drapierte.


„Macht ne Liste fertig und ich kümmer' mich drum!“ raunte ich in meiner gewohnt aufgeschlossenen Art zurück.


Man setzte mich darüber in Kenntnis, dass ich einfach jeden Burger auf der Karte in zweifacher Ausführung zu bestellen hätte, da es die neue Rubrik „Soulfood Reviews“ einzuweihen galt.

Ich müsste auch nicht alles alleine tragen. Unser neuer Mitarbeiter David, der verdächtig nach einem Alkoholproblem aussah, würde sich um die Logistik kümmern, während ich nur Gesicht zeigen müsste, da allein schon die Vorstellung, wie der Büro-Somali Unmengen an Burgern ordert, in der Chefetage für Verzückung sorge.


„ Hassel the Hoff!“ rülpste der Mann mir entgegen, der als Packesel ausersehen war und ich wurde das Gefühl nicht los, dass dieser Kerl in seinem Leben mindestens soviel für pubertierende Jungs geleistet hatte wie Hugh Hefner. Dies wiederum half mir nicht gerade dabei, ihm die Hand zu geben, um ihm aufzuhelfen, schließlich lag er halb vollgekotzt auf dem Redaktionsteppichboden. Ich kam mir den Rest des Tages schmutzig vor. Allerdings begleiteten mich auch verwirrende Gedanken an Frauen in roten Badeanzügen und schwarze Autos. Ich schob es darauf, dass ich in der Nacht zuvor vor MTV Urban eingeschlafen war. „Bestimmt ein neues Gucci Mane Video!“ dachte ich.


Mäßig motiviert schlurfte ich aus dem Büro. Endlich war alles an Burger abgegrast. Zu meiner Überraschung gab es zu jedem Texas Mac an diesem Tag gratis einen Winchester Colt. Aber Promotion war noch nie mein Steckenpferd gewesen und mein XDA wies mich darauf hin, dass ich meiner Geheimidentität als Student nachzukommen hätte. Nach ein paar einfachen Instruktionen verließ ich „Hassi“, wie ich David der Hackordnung halber inzwischen getauft hatte, um den Drogenhund noch vor der Uni zu Hause absetzen zu können, weil sie im letzten Semester wegen nicht gezahlter Studiengebühren exmatrikuliert wurde. Der Traum vom ersten promovierten Hund war damals gestorben. Dabei war sie der am hellsten leuchtende Stern am Himmel der HfBK gewesen...


Wieder im Tigga Cave angekommen, bot sich mir ein Bild der Verwüstung. Robin-Petrick, wie er mir mitteilte der Nachfolger Kevin-Arnolds, offensichtlich hatte man ihn über Kevin-Arnolds Dealer gescoutet, bat mich darum, auf meine Schritte zu achten. Man sei sich nicht sicher, ob man alles erwischt hätte.

"Pass auf, dass ich dir keine wisch!" entfuhr es mir, während mein Ellbogen einen bleibenden Eindruck in seinem Gesicht hinterließ. Der Hunger machte sich breit in mir und machte mich ungeduldig. Sicher waren noch Burger übrig und die Mikrowelle des Büros war definitiv Burger-kompatibel.

In der Teeküche traf ich auf Lord Jazz und DJ Magister Artium Quest. Etwas machte mich stutzig. Es wurde nicht übers Essen geredet, weswegen ich gezwungenermaßen das Gespräch suchte.


"Sind noch Burger da?" fragte ich, da mir nichts besseres als Eisbrecher über die Lippen kam.


Beide leckten noch kurz die Löffel ihres eigenen Eises ab, sahen sich kurz etwas verstört an und begannen dann abwechselnd und wie abgesprochen zu antworten.


"David kam hier vor circa drei Stunden an..." begann Thelonius Jazz "... er war so gut gelaunt, weil wir doch die Rechte an Knight Rider gekauft hatten." ergänzte Quest. "Jedenfalls, naja, jedenfalls war Kevin-Arnold irgendwie..."

"....irgendwie schlecht drauf. Als ob er gestrecktes Zeug geschnupft hätte oder..."

"... oder schlimmer noch, als ob er nüchtern wäre. Während die beiden uns die Burger anrichteten,..."


"Sind noch welche da?" fragte ich entnervt, aber die beiden waren wie in McTrance.


"... anrichteten, kam es irgendwie zum Streit. Kevin-Arnold meinte, dass..."

"...ja, dass David seinen Wagen nicht im Büro parken dürfe, nur weil er einen Supercomputer implementiert hätte und..."

"... und dass er sich gemäß der Firmenpolicy ein Macbook anschaffen möchte. Ob er möchte oder nicht..."


"Dieser Bastard!" dachte ich. Mir stiegen Freudentränen in die Augen, da scheinbar ein Konflikt zu seiner Entlassung geführt hatte.

"Also habt ihr Kevin-Arnold endlich gefeuert. Dieser Apple-Nazi war aber auch echt nicht tragbar. Der hat mit meinem Gehaltsscheck Koks geschnupft und..." Man unterbrach mich.


Die beiden fassten zusammen, dass der Streit außer Kontrolle geraten war. David griff in eine der McDo Tüten und eröffnete das Feuer auf Kevin-Arnold, der laut aufschreiend, den Verlust seiner Nasenscheidewand beklagend, zu Boden ging, obwohl ihn die Kugel nicht mal gestreift hatte, da David immer noch Knülle war. "Phantomschmerzen!" meinte Jazz.

Trotzdem griff nun auch Kevin-Arnold nach einem der Colts und schoss wie wild die Trommel leer und traf dabei im Wesentlichen nur Jazz's Macbook und Quests kombinierte Flyer-, Schallplatten und Waffelrezeptsammlung. Über die Zerstörung des Macbooks geriet Kevin-Arnold so in Verzweiflung, dass er sich mit den Resten des zerstörten Gehäuses die Halsschlagader aufschlitzte, dass sich sein Blut nur so über den noch von Davids Kotze siffigen Teppich ergoss. David hingegen, der sich in seinem schwarzen Pontaic Trans Am verschanzt hatte, ballerte ziellose umher und vergaß darüber wohl, dass dieser Wagen kugelsicher war. Ein Querschläger durch seinen Kopf tötete ihn und verteilte die auffallend wenige Gehirnmasse gleichmäßig auf der Heckscheibe, während ein weiterer Querschläger den Turbo Boost auslöste, um den Wagen inklusive Davids Leichnam aus dem Büro zu katapultieren.


Robin-Petrick betrat mit einigen Pizzakartons die Teeküche und verkündete den Casting-Termin für "Knight Rider - The Musical", aber das ist eine andere Geschichte...

Posted by def dave at 13:23 | Comments (974)

04.04.08

Foto-Quiz zum Wochenende

*Sachdienliche Hinweise bitte an das Innenministerium.

MFG
lrdjzz

Posted by Jazzket at 21:43 | Comments (1168)

03.04.08

Wie Kevin-Arnold den 1. April rettete

Liebe Leser, liebe Veranstalter, liebe Freunde.

Es war ein ganz normaler Tag im Großraumbüro der Hamburgfunk-Redaktion. Zumindest dachten wir das. Wie so oft saß ich um 8.30h an meinem Schreibtisch, nachdem ich pflichtbewusst die wichtigsten acht Veranstaltungen der Dienstagnacht besucht und danach gute zweieinhalb Stunden geschlafen hatte. Ich goss noch etwas Red Bull in meinen Double Iced Ginger Macchiato, den mir unsere Praktikantin Marie-Jacqueline zubereitet hatte, gähnte leise und legte gerade das Handelsblatt beiseite, um online den Kulturteil der Sun zu lesen, als Def Dave den Raum betrat. Marie-Jacqueline tänzelte ihm entgegen, wünschte einen guten Morgen und nahm ihm den schweren Mantel ab. Leise war das Klacken der Schlösser seines Aktenkoffers zu hören, fast vollständig übertönt von den Goldberg-Variationen von Aphex Twin, die ich morgens so gerne höre.

"Peace", sagte Dave.
"Tach", sagte ich. "Wieso so spät?"
"Ach hör mir auf."

Marie-Jacqueline stellte Dave eine dampfende Tasse Ovomaltine und eine Schale frischer Kirschen auf den Tisch.

"Danke, Liebes. Ich habe verschlafen, weil ich gestern Abend noch so lange bei dieser Kunstinstallation war."
"Ach, das Ding mit den vierzehn Kassettenrecordern, vier Stühlen, mit den Büroklammern…"
"…und dem Lama, ja. Krasser Scheiß, ich sags dir. Naja, und zuhause… du weisst ja."
"Jaja."

Nur kurz blickte ich in Marie-Jacquelines Richtung, die gerade den Rhododendron abstaubte. Durch das Fenster hinter ihr sah man die Alster in der Morgensonne glitzern. Die Tür ging wieder auf, und herein kam unser Textpraktikant Kevin-Arnold, der täglich bis etwa 16.30h die eingehenden Termine chronlogisch, alphabetisch und nach künstlerischem Anspruch vorsortiert und danach in unserem Namen die Termintexte verfasst, die uns dann in der täglichen Redaktionssitzung um 16.45h vorgelegt werden. Nervös blickte er auf das verglaste Chefbüro, dessen Tür halb offen stand.

"Ist Lord Jazz noch nicht da?"
"Nö."
"Ich glaube, ich habe ihn gerade vor einem Feinkostladen am Jungfernstieg gesehen. Das war total seltsam."

Doch noch bevor er weitersprechen konnte, flog hinter ihm die Tür auf und Lord Jazz stürmte herein, so schwungvoll, dass seine Assistentin Agnetha mit den schweren Einkaufstüten kaum hinterher kam. Unwirsch warf er sein goldenes Vlies in die Ecke, knallte eine Mappe mit Papieren auf den Tisch und rief:

"Guten Morgen, meine Lieben! Agnetha, auspacken!"
"Aber… Lord… soll ich?" stammelte Agnetha. Sie war noch nicht lange bei uns und nestelte nervös an ihrer Bluse.
"Nein, die Einkäufe!"

Agnetha stellte erleichtert mehrere Flaschen Champagner auf den Tisch, drei Dosen Kaviar und eine Auswahl lombardischer Antipasti aus dem Feinkostladen. Marie-Jacqueline stellte den Serviettenständer dazu. Lord Jazz schenkte großzügig in unsere silbernen Kelche ein, schlug die Mappe auf und strahlte:

"Jungs, es ist endlich soweit. Ich habe Knight Rider gekauft!"

Dave und ich blickten uns ungläubig an. Vor Schreck wäre uns beinahe das geräucherte lombardische Widderfilet aus dem Mund gefallen. Nach einer etwas unangenehmen Pause fragte Dave:

"Jazzy… du hast WAS?"
"Ich habe Knight Rider gekauft! Der neue Pilotfilm lief in den USA so beschissen, dass es ganz billig war, weil das keiner mehr senden wollte, und Hamburgfunk besitzt jetzt alle Rechte! Die Amis wissen eben nicht, wie man mit so einem Stoff umgeht."

Er nahm einen tiefen Schluck Champagner, wischte sich mit dem Zipfel seines Seidenschals über den Mund und nahm einen Löffel Kaviar.

"Aber Lord", warf ich ein, "war das nicht trotzdem viel Geld?"
"Papperlapapp! Im Prinzip war das nichts. Viel billiger als die Rednex damals! Ich meine, natürlich, wir werden ein paar kleinere Einsparungen machen müssen, bis das Musical die ganze Kohle wieder einfährt… aber das nehmen wir alles doppelt und dreifach wieder ein!"
"Ein Musical?!" Marie-Jacqueline quietschte fast vor Entsetzen.
"Ja! Also, es ist so: Wir müssen einen der vier Dienstwagen abschaffen. Es gibt auch keine Ovomaltine mehr."

Daves Blick war wie versteinert.

"Ach ja, und Kevin-Arnold, tut mir leid, aber du bist raus. Wir haben einen neuen Praktikanten, der im Preis gleich mit drin war. David, komm rein!"

Die Bürotür öffnete sich zögerlich. Herein trat David Hasselhoff. Er trug stone washed Jeans, Cowboystiefel, und auf seiner Lederjacke stand groß Hamburgfunk.de. Unter dem Arm hatte er eine Tüte von McDonalds.

"Uhm… hello, guys! I'm David, but you can call me Dave! I like you!"

Def Daves Augen drohten aus dem Kopf zu platzen. Seine Halsschlagader sah aus wie eine wütende Anaconda. Lord Jazz lachte hysterisch und ich kippte mir einen großen Schluck Whisky in den Sektkelch.

Das, liebe Leser, spielte sich also am Morgen des 1. April in unseren Redaktionräumen ab. Mit vereinten Kräften gelang es uns, den durchgeknallten Despoten Lord Jazz mit einer lombardischen Wisentkeule k.o. zu schlagen, an die Heizung zu fesseln, mit seinem Hermelin-Sitzbezug zu knebeln und unsere Rechtsabteilung zu alarmieren, die den Deal gerade noch rückgängig machen konnte, weil sie feststellte, dass ein Vertrag, der David Hasselhoff beinhaltet, nach deutschem Recht gegen die guten Sitten verstößt und somit nichtig ist. Kevin-Arnold rettete den Tag, indem er flugs einen als Aprilscherz getarnten Text verfasste und unter Jazzkets Account veröffentlichte. Wir denken darüber nach, Kevin-Arnold eine Festanstellung anzubieten. Auch Jazzket geht es wieder viel besser.

David Hasselhoff wurde zuletzt bei einem Gebrauchtwagenhändler in Eimsbüttel gesehen. Wir bitten darum, ihn NICHT bei uns abzugeben.

Posted by djmq at 15:35 | Comments (1)

01.04.08

Goodbye HamburgFunk

Sechs Jahre Nachtleben im Blog-Format sind genug.
HamburgFunk stellt den Betrieb ein.

Wir haben uns aus beruflichen und persönlichen Gründen entschlossen, die Arbeit am Portal einzustellen.

DJ Master Quest wird sich darauf konzentrieren Moderationen für die ProSiebenSat1 AG und andere Kunden zu schreiben. Der Erfolg des von ihm betreuten Formates „Germany’s next Topmodel“ hat neue Herausforderungen gebracht, die den Musikjournalisten Ralf Theil zu einer beruflichen Neuorientierung veranlassen. Seinen Blog wird er in reduzierter Form weiter führen.

Michael Bruns wird nächsten Monat die Leitung des neuen Jugendprojektes „Geiger*zähler“ an der Staatsoper Hamburg übernehmen, und seiner Leidenschaft für die Klassische Musik folgen. Bei dem Projekt geht es um die Förderung „strahlender Talente“ wie Intendantin Simone Young vergangene Woche dem Hamburger Abendblatt erklärte. Das neue Engagement und die Gründung eines neuen Portals www.talentface-hh.de werden in Zukunft seine ganze Zeit in Anspruch nehmen.

Def Dave folgt der Einladung der Studienstiftung des Deutschen Bundes und wird in Marburg als studentischer Dozent einen Lesezirkel für Hochbegabte leiten. Seine Karriere als Produzent wird er vermutlich weiter verfolgen.

Vielen Dank an alle treuen Leser, Veranstalter und Mitwirkende.
Es war eine aufregende und schöne Zeit.

Das HamburgFunk-Team

Posted by Jazzket at 13:20 | Comments (2)