DAMN! -Youth Style

ngefangen hat dieses verdammt gute Projekt im Süden des Blondinen Paradieses Schweden. Die Vier Mitglieder haben anfangs als DJ/Musiker-Gespann einen Club gerockt. Timbuktu, Rapper den man hierzulande durch Looptroop Features kennen könnte, hat genau hingehört und die Vier zu seiner Live Band berufen. Nach einer Tour durch Skandinavien haben DAMN! Vernunft bewiesen und ihr eigenes Projekt gestartet. Here it is! DAMN’s Youth Style. Eine 12 Song starke Scheibe.
Die Hauptzutat des Albums ist Funk. Aber auch Rock, Latin, Afro-Beat und Deephoudesque Sounds sind zu finden. Es macht den Anschein, als würden die vier Jungs erst mal versuchen es ihren großen Vorbildern und Einflüssen gleich zu tun. Was dem kleinen Meisterwerk keinen Zacken aus der Krone bricht, denn alle Tracks sind zutiefst ausgefuchst produziert. Die Drums klingen knackig und die vielen Kleinigkeiten sorgen beim Nerd für erhöhten Speichelfluss.
Da wäre als Auftakt ein Neo-Soul Groove Monster mit köstlichen Bläsersetzen, schmeichelnden Rhodes und einem gierigen Bass. Bei dem Song Superpower überrascht auch die Qualität des Sängers Svante Lodén – der vielleicht nicht wirklich zu den allergrößten Sangeskünstlern unserer Zeit zählt, aber seinen Job verdammt gut erledigt und wirklich Soul schwitzt.
Spooky Nerd pt. II steht dem Auftakt in nichts nach, geht aber mehr in eine sanfte P-Funk Richtung. Bei Got to Go, der Single des Albums klingt in meinen Ohren etwas Blur mit. Auch hier fällt die ausgefeilte Dichte des Sounds auf. Alte Synthies, Gitarren, Cowbell, Bläser und vielschichtiger Gesang verzaubern die Ohren.
African-Scanian Music Continuum Rerouted ist eine erstklassige Fela Kuti Hommage, bei der lediglich der Altmeister selbst etwas fehlt. Auch hier ist die Produktion ausgezeichnet und vermittelt ein echtes Fela Feeling.
Einer der vielen Diamanten auf diesem Album ist das Stück Transplant. Das Stück handelt von einem Mann der versucht die Erinnerung an seine Ex zu verlieren, um so wieder beschwingter Leben zu können. Für dieses Ziel lässt er sich alle Organe ersetzen und endet als Roboter. Die Instrumentierung dieses Songs, irgendwo zwischen Parliament und Daft Punk ist ein Geniestreich.
In die frühen Breakdance Epochen entführt uns der Titel Track Youth Style mit schrillen Synthies, Bongo Breaks und Drummachine. Ebenfalls sehr gelungen produziert.
Gingold’s Jackpot kann mich nicht so rechtbegeistern, dafür ist aber Leaving this Planet wieder ein schönes Stück, das etwas den interstellaren Chick von P-Funk aufgreift. Ein cooles Stück mit wilden Soli.

Dann wird es cubanisch im Klang, Inescrutable besticht durch ein authentisches Latin Gefühl und erinnert sehr an Fania Allstars (Black Eyed Peas –Karma Sample). Nach einem kleinen Mundharmonika Zwischenspiel geht es langsam dem Ende entgegen.
An Evening with Mister Sinful ist ein weiteres groovegeladenes Stück, in dem der rattige Sänger in Soulcrooner Manier einer Dame seine Briefmarkensammlung zeigen will. Wieder ausgezeichnet instrumentiert und produziert von den 4 Schweden, die mit diesem Album ein Meisterwerk für Klangfetischisten abgeliefert haben.
Den Abschluss liefern die Schweden im Trio mit Drums, Organ und Fender Rhodes. Cleo’s Lament ist ein kleines Stück in Blaxploitation Manier, dass in den Filmen an den traurigen Stellen bluesgetränkt dahin wimmert. Eine Emotion die man am Ende eines solchen grandiosen Albums teilen kann, oder man fängt direkt wieder von vorne an.


8 ½ Scheiben!
Für mehr Songs hätte es auch noch mehr gegeben!

DAMN! - Youth Style
Raw Fusion / Grooveattack

Related Links:

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www.DAMN.se Die Heimat der Band.


Jazzket | Donnerstag, 27. Januar|   Diskussion (0)