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Oh No - The Disrupt |
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ie Mama weiß, dass du HipHop hörst und hat dir fett die neue Elton John Platte unter den Baum gelegt, weil der doch irgendwas mit Eminem zu tun hat. Zum Glück hast du den Kassenbon und kannst umtauschen.
Für den HipHop Fan der in den hiesigen Tagen auf der Suche nach Leckereien ist hat Stonesthrow einen Köder ausgelegt. Ob für den Gutschein, den Umtausch oder für eigene Scheine - The Disrupt von Oh No ist lohnenswert.
Oh No ist kleiner Bruder von Madlib und hängt in seiner Freizeit im schönen Oxnard, Californien rum. Doch gleich auf dem ersten Track rät Oh No dem geneigten Hörer davon ab, ihn nach seinen Verwandtschaftsverhältnissen zu beurteilen. Oh No ist MC und Produzent in Personalunion, und dass er seine ersten Beats auf Madlibs Maschinen gebastelt hat hört man auf Anhieb. Grobgeschnittene Samplelagen knacken wundervoll in den Lautsprechern, die 19 Beats sind zum größten Teil von Oh No produziert. Bei 8 Stücken waren Madlib, J-Dilla und Kan Kick Patenonkel. Für die Kunst an zwei Plattenspielern ist DJ Romes verantwortlich.
Move , J-Dilla’s Patenkind auf der LP klingt sehr nach den Jaylib Sessions, also rau, oldschool getränkt und verschroben. Das erste so richtig gute Ding liefert Oh No aber vollständig im Alleingang ab – Perceptions , viertes Stück, ist der erste Anspieltipp, der sich textlich typisch um das Verwalten des eigenen Geldbeutels dreht, der beim Underground MC natürlich eine gepflegt schmale Taille hat.
Seventeen/Break sind zwei zusammengehörende Tracks, ebenfalls von Oh No höchstselbst produziert, bei denen Oh No sich im Storytelling übt. Angefangen bei den Träumen eines 17jährigen endet Break bei den Untaten des selbigen.
Bei The Ride , wird der alten Nintendo NES Soundästhetik gehuldigt und komische Keyboardsounds über Drums gelegt. Aber wesentlich güldener in meinen Ohren klingt das charmante Getaway. Die hypnotischen Sounds (laut Info selber am Keyboard gespielt) und entspannten Bässe machen dieses Schmuckstück zu einem Anspieltipp. Das folgende I can’t help myself ist eine oxnardische Ballade an eine begehrenswerte Dame. Rohe Samples formen eine süße Melodie über die Staci Epps, das Wahlweibchen der Jackson Familie, dass auch schon auf Madvillain gefeatured war, noch etwas trällert.
Every Section ist ein erstaunlich entspannter Beat von Madlib, der irgendwie galant dahinrollt und von Oh No und Cornbread gekonnt besprochen wird. Und als wäre Madlib über sich selber etwas verwundert, ist das folgende WTF mit Wildchild ein wild stampfender Representer. My Aggin das dritte Stück in der kleinen Madlib produzierten Sequenz peitscht Samples über stampfende Drums, was eine gewisse Funkyness erzeugt.
Für den 14. Track Take Another (Blunted Conversations) ist Kan Kick als Produzent an Board. Das Ergebnis ist ein Song wie man ihn von KanKick kennt. Die Drums sind weit hinten im Mix, Vocal und Streicher Samples umschnurren eine groovende Bassline, und die selten schräge Stimme von KanKick unterstützt die Hook, während der Text durch die Rausch-Kräuter Apotheke wandelt.
Zum Ende der LP liefert Madlib noch mal einen orientalisch inspirierten Beat ab, den Oh No nutzt um noch mal einen Schwung seines Rapper-Egos abzuladen. Chosen One , der Name des Stückes.
Zum Abschied gibt es On My Way plus zwei Bonus Tracks. Alle drei Stücke haben saftige Beats und gehen entschieden nach Vorne um für einen gelungenen Abschluss zu sorgen.
Die LP wird alle KaliWild, Madlib & Lootpack Fans mit Sicherheit zufrieden stellen und ist auch geeignet neue Fans für die Familie zu gewinnen. Wer kreative unpolierte Beats und begabte MCs zu schätzen weiß, hat mit The Disrupt schönes Walkman-Futter gefunden.
Sieben Langrillen
         
Oh No –The Disrupt (Stonesthrow / PIAS)
Jazzket | Sonntag, 2. Januar|
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